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30. April 2011 / 20:30 Uhr | TANZFESTIVAL I-DENTITY

SOUVENIR. Minka-Marie Heiß & Friends
Choreographien von Paolo Fossa (IT), Erik Constantin (NL), Minka-Marie Heiß (D), Ljuba Avvakumova (RUS), Martina La Bonté (D)


  • „Regen“ (München-Premiere)
    Choreographie und Tanz: Paolo Fossa (IT). Dauer: 10 Min.

    Ein Krieger, mitgerissen vom Sturm der Natur, mit einem Körper der auf das Doppelte seiner Größe anzuwachsen scheint. Raumgreifend und- füllend mit animalischer Kraft, trommelt Paolo Fossa geradezu kultisch einen Regentanz aus seinem Körper. Regen hat unterschiedliche Qualitäten, ebenso wie Bewegungen, die verschiedene Stimmungen ausdrücken. Der Regen fällt durch die Schwerkraft; der Tänzer befasst sich mit der Überwindung der Schwerkraft und setzt die Unmöglichkeit des Fliegens in lyrische Bilder um.
    Premiere: 1. Solo Dance Festival Ulm "Strado and friends" (6.-8. August 2010)


  • „méconnaître“ (München-Premiere)
    Choreographie: Minka-Marie Heiß (D) / Tanz: Verena Flurschütz (D). Dauer: 11 Min.

    Blicken wir in ein Gesicht oder in einen Spiegel, erleben wir Rätsel, Zauber, Bann und Tragik von Selbsterkennen und Selbstverkennen. Der Spiegel bietet ein Bild, aber ein Trugbild, ein ungefähres Bild. Er zeigt Symmetrie zwischen Akteur und Spiegelbild, erlaubt Distanz, Nähe aber nur bis an die Oberfläche - ein Eindringen, Zugreifen, Festhalten oder Besitzen des „Anderen“ ist ausgeschlossen. Die Natur liefert den Spiegel in Form einer ruhigen Wasseroberfläche. Wasser reflektiert nicht nur die eigenen Bewegungen, sondern mischt mit seinen Wellen eine zusätzliche Bewegung hinein, die zuweilen gespenstisch wirken kann. Das reflektierte Gesicht scheint mal abzutauchen, mal aufzutauchen - zittert hin und her und versteckt sich in der ebenfalls zittrig bewegten Landschaft, die sich im Wasser spiegelt. Das Bild im Wasser gaukelt ein Eigenleben vor, das leicht als ein fremdes Wesen verkannt werden kann, das aus der Tiefe steigend plötzlich die Fratze eines Kobolds, eines Wassermannes oder einer Nixe sein kann, die den Beobachter lockt, dem geheimnisvollen Bild in der Tiefe entgegenzutauchen. Es ist die Faszination des angedeuteten Geheimnisses, das ergründet werden will. méconnaître nimmt Bezug auf den Mythos vom Jüngling Narziss und der Nymphe Echo. Bei Ovids Narziss führt die Selbstbespiegelung zu einer Erstarrung, die tiefere zwischenmenschliche Beziehungen verhindert. Das imaginäre Bild im Spiegel hält das Subjekt wie in einem Bann gefangen. Narziss figuriert hier als Sinnbild des sich selbst entdeckenden und erkennenden Menschen. Ausgangspunkt dieser Selbstbegegnung ist eine Kippfigur von Spaltung und Einheit, Außer-sich-Sein und Bei-sich-Sein, die als Ursprung jeder Subjektivitätserfahrung dargestellt wird. Bei vielen Kulturen gilt das Spiegelbild als Träger der Seele. Ursprung dieses Glaubens ist die Vorstellung, dass die Seele ein kleines Abbild des Menschen, ein so genanntes Eidolon sei, das unter bestimmten Umständen, z.B. beim Tod sichtbar entweichen kann. Dieses Eidolon taucht in den Tiefen des Wassers auf, wie das Seelenbild beim introspektiven Eintauchen in tiefere Schichten der Persönlichkeit.
    Premiere: Kammerspiele Landshut – Kleines Theater (März/ April 2011)


  • “with or without you” (München-Premiere)
    Choreographie und Tanz: Martina La Bonté (D). Dauer: 10 Min.

    Eine Frau allein in einem Raum, konfrontiert mit Gefühlen zu der Abwesenheit einer Person. Wie eine Welle führt der Körper sie zum nächsten Schritt und lässt sie vorangehen. Eine spannungsreiche Atmosphäre, die den Körper in seinen Bewegungen wie von unsichtbaren Fäden gezogen zeigt.
    Premiere: 1. Solo Dance Festival Ulm "Strado and friends" (6.-8. August 2010)


  • Work in Progress für shortcuts III für Tanztheater München (Vor-Premiere)
    Choreographie: Ljuba Avvakumova (RUS) / Tanz: Ljuba Avvakumova (RUS), David Valencia Dauer: 15 Min.

  • Work in Progress für shortcuts III am Tanztheater München (Vor-Premiere)
    Choreographie: Erik Constantin (NL) / Tanz: Ljuba Avvakumova (RUS), Anna Caviezel (CH). Dauer: 8 Min.


Tanzfestival 'i-dentity'
Die Münchner Choreographin Minka-Marie Heiß ist 2010 mit ihren Choreographien auf Reisen gegangen. Sie wurde national und international zu Gastspielen nach Landshut, Erfurt, Ulm, Siena und Lissabon eingeladen. Im Sommer 2010 wurde sie als Choreographin für den Schweizerischen Internationalen Weiterbildungskurs in Choreographie (SIWIC) unter Leitung von Reinhild Hoffmann in Zürich ausgewählt und hat dort verschiedene choreographische Arbeiten im Tanzhaus Zürich geschaffen und gezeigt.

Ihre neu gewonnenen Erfahrungen sowie einige der internationalen Künstler, die sie dabei kennen gelernt hat, vereint Heiß nun im Rahmen des Tanzfestivals „i-dentity“, bei dem es um Suche, um Identität, um Beziehungsgeflechte, die Frage nach dem Unbekannten und dem Eintauchen in das Ungewisse gehen wird.


Weitere Vorstellungen

  • essentially as I am. Premiere von Minka-Marie Heiß / Cie hausgemacht | 28./ 29. April 2011, 20:30 Uhr

  • NEXT GENERATION. Junge Tänzer von Morgen | 1. Mai 2011, 20:30 Uhr
    Choreographien von Henri Oguike (Tanz: JET Kompanie, Tanzhaus NRW – Düsseldorf) & von Minka-Marie Heiß.

Das Tanzfestival ‘i-dentity’ wird gefördert von Bezirk Oberbayern sowie hausgemacht e.V. und findet mit freundlicher Unterstützung von Tanzhaus NRW, Iwanson-Sixt-Stiftung, und i-camp/neues theater münchen statt.

Tickets: 16.- / ermäßigt 10.-
Reservierung: 089/650000 (AB) + tickets@i-camp.de



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Kritiken lesen Sie u.a. in der Süddeutschen Zeitung, dem Münchner Merkur, der Abendzeitung, der TAZ und bei nachtkritik.de. Einen Bericht hören Sie zudem im Zündfunk, ab Min. 42:30.

Einen Vorbericht zur Tanz-und Performance-Plattform Wilde Tendenzen (15. / 16. + 18. / 19. Juli) lesen Sie in der Süddeutschen Zeitung. Kulturtipps hören Sie am 12. Juli im Interkulturellen Magazin auf B5 aktuell und am 14. Juli auf Radio Lora 92.4. Einen Nachbericht lesen Sie bei kultamour.de und in einer der nächsten Ausgaben von Dance Europe.





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