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15. - 19. Januar 2014 / 20:30 Uhr | URAUFFÜHRUNG
Weitere Vorstellungen: 22. - 26. Januar


23. STUNDE (VERWALTUNGSPERFORMANCE): TAPETENTÜR
Ein queerer BewusstScience Fiction von Holger Dreissig


„Es waren die feinen Anspielungen mit denen Holger Dreissig Akzente, Hinweise auf die Gegenwart, setzte. Nie aufdringlich, dringen sie doch ins Bewusstsein, bleiben haften.
Es gibt noch Künstler, Künstler, die Botschaften vermitteln, die Weltsicht und Anliegen subtil vielschichtig darzustellen in der Lage sind. Sie sind rar, waren es immer schon, und doch, oder gerade deshalb überdauert ihr Schaffen den Augenblick. Ihre Kunst ist immer eine Zeitmaschine, sie trägt in eine andere Welt, ist Blick aus einer Vergangenheit in eine Zukunft. Möge die Performance auf dem begeisterten anhaltenden Applaus weiter durch die Zeit reisen!“


C. M. Meier / theaterkritiken.com über die 22. Stunde – „Zeitmaschine“, Januar 2013


Die 23. Stunde wird die vorletzte Verwaltungsperformance sein. Als das Projekt 1992 mit der 1. Stunde Premiere hatte, war klar, dass es 24 Stunden umfassen sollte, aber nicht, wohin diese Reise führen würde. Jetzt wird deutlich, worauf alles hinausläuft. Mit Haltung und Humor haben wir erforscht, was sich nicht verwalten lässt und mit luzider Eleganz das Unaussprechbare und Nicht-Kontrollierbare sichtbar gemacht (Wahn, Tod, Traum, Schmutz, ekstatische Zustände, Parasiten usw.).
In der 5. Stunde hat ein Mädchen mit Downsyndrom mitgespielt, in der 7. Stunde ein Schizophrener mit akutem Schub. In der 8. Stunde - einem Science Fiction - spielte eine Blinde einen blinden Passagier und im Drogenstück wirkte einen Ex-Junkie mit. Migranten waren dabei, lange ehe das „Mode“ wurde. Was haben wir von diesen Spezialisten und ihren Wahrnehmungsalteritäten gelernt? Vor der Jahrtausendwende hatten wir schon einmal nach den Sternen gegriffen und eine Sicherungskopie der Welt gemacht. Darauf würden wir jetzt gern zurückgreifen. Verwaltungsperformance ist Science Fiction, utopisch, dystopisch. Wir sind der Zeit voraus und auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Laut und leise, langsam und schnell. Auf den Ernstfall haben wir uns mit unserem holistischen Theater gut vorbereitet. Unser Rüstzeug zielt aufs Geistige.

In der 23. Stunde holen wir ordentlich Schwung für die Zukunft. Wir haben die Wahl zwischen Dystopie und Utopie und zeigen, wie nah sie beieinander liegen. Wir begegnen einer Endzeitmodemeute, den Killer Clowns from Outer Space und Alice B. Sheldon, die unter dem Pseudonym James Tiptree Jr. zu einem der wichtigsten SciFi-Autoren wurde. Namensgeberin des Tiptree Awards, der seit 1991 SciFi-Werke auszeichnet, die die Geschlechterrollen untersuchen und das Verständnis dafür erweitern. In ihrem Gemach hinter der Tapetentür erzählt sie ihre unvergleichlich aufregende Lebensgeschichte.

Zeitreisen sind dadurch motiviert, in der Zukunft nachzuschauen, wie man sich vorzusehen hat oder ob man auf dem richtigen Weg ist. In die Vergangenheit begibt man sich, um eine zweite Chance zu haben, einen Fehler zu beheben, etwas wieder gut zu machen, den Kurs zu korrigieren und letztlich zu heilen. Vielleicht will man auch einfach nichts wie weg. Oder ist das absolute Jetzt die offensichtlich schönste Zeitmaschine? Schon H.G. Wells’ Erfindung war hauptsächlich eine Erzählmaske, um durch die Perspektive einer Zeitreise die Gegenwart anders zu fassen zu kriegen, also Bewusstseinstechnologie. 

Holger Dreissig (Text, Regie, Bühne, Kostüme), geboren 1965 in Frankfurt am Main, lebt seit 1971 in München und arbeitet im In- und Ausland als bildender Künstler, Autor und freier Regisseur. Seit 1992 entsteht der 24-teilige Theaterzyklus 1. - 24. Stunde (Verwaltungsperformance). 1995 gründete Holger Dreissig die „Scheinfirma 30“ und als eins ihrer Produkte die ‚JEANSGRUPPE’, die bisher auf zahlreichen Festivals zu sehen war. 2008 Gründung des Fördervereins C.L.A.I.M.e.V. – Club latenter Anmut in München. Außerdem diverse Video- und Filmarbeiten.

Mit: Muriel Aichberger, Deman Benifer, H.30, Mascha Obermeier, Julia Steves
Lichtdesign: Susanne Koch
Coaching: Matthias Hirth
Texte, Regie, Bühne, Kostüme: Holger Dreissig

„Tapetentür“ wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und findet mit freundlicher Unterstützung durch i-camp / neues theater münchen statt.



Tickets: 16.- / ermäßigt 10.-
Reservierung: 089/650000 (AB) + Online-Reservierung



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i-camp / neues theater münchen, Entenbachstr. 37, 81541 München
FON: 089 / 650000 (AB), FAX: 089 / 654325, info@i-camp.de