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01. - 03. März 2013 / 20:30 Uhr | PREMIERE
MATTER MATTERS?
Tanztheater von Minka-Marie Heiß / Kompanie hausgemacht
Auf der Erde findet sich wohl kein potenterer Rechner als unser Gehirn. Zu welch außerordentlicher
Leistung es imstande ist, erleben wir jede Nacht im Schlaf. Wenn unser Körper am tiefsten
schlummert, dann geht es in unserem Gehirn am höchsten her.
Die Neuronen feuern, und wir tauchen ein in eine fabelhafte Phantasiewelt. Natur- und weltliche Gesetze gelten nicht. Wir vollbringen Wunder, fliegen oder kämpfen gegen Monster. Wenn wir träumen, verstrickt uns der Supercomputer in unserem Kopf in grenzenlose Abenteuer – in einer perfekt simulierten Traumwelt.
Wer in seinen Träumen weiß, dass er gerade träumt, der ist Bastian auf dem Rücken von Fuchur, Alice im Wunderland oder Neo in der Matrix. Ein Klarträumer eben. In China erzählt eine alte Geschichte von dem Mönch, der sich im Traum als Schmetterling sieht, und, als er erwacht, nicht mehr weiß, ob er ein Mönch ist, der geträumt hat, ein Schmetterling zu sein, oder ein Schmetterling, der träumt, ein Mönch zu sein. Selbst Hollywood hat sich die Thematik des Träumens im Top-Thriller des Jahres 2010 zunutze gemacht und lässt Leonardo Di Caprio in „Inception“ zusammen mit seinen Komplizen in Traumwelten eindringen, die vorher durch den sogenannten „Architekten“ eigens kreiert worden sind.
Viele Künstler werden im Schlaf inspiriert: Salvador Dalí setzte Träume direkt in Bilder um, Federico
Fellini in Filme, Paul McCartney in Musik. Tatsächlich scheinen viele Künstler durch Träume zu ihren
Werken angeregt worden zu sein. Von Albrecht Dürer ist z. B. folgender Ausspruch überliefert: "Ach,
wie oft seh ich große Kunst und gut Ding im Schlaf desgleichen mir wachend nit fürkommt." Der
amerikanische Filmregisseur lan Hugo benutzte eigene Träume als Material für seine Filme, um die
"unbewussten Gefühle" der Zuschauer besser zu erreichen.
Der Traum ist das Bindeglied zwischen der Welt aus Atomen, und dem unbeweisbaren Überirdischem, der Seele oder dem „Alles was ist“. Schon seit Menschengedenken bemerken die Menschen, dass sich die Welt auf zweierlei Weise verhält. Einerseits lässt sich alles, was auf der materiellen Ebene geschieht, mehr oder weniger erklären. Sobald es sich jedoch um Erscheinungen der subtilen Ebene handelt, sind diese Gesetze nicht mehr wirksam.
Was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, ist unsere Erfindung.
Ein Mensch kann alle Wahrnehmungen ohne die Existenz der Außenwelt ganz lebhaft empfinden. Das offensichtlichste Beispiel dafür ist der Traum. Ein Mensch liegt schlafend in seinem Bett, während er träumt. Trotzdem nimmt dieser Mensch alle Ereignisse, die er in seinem Traum erlebt, alle Gefühle und Reize, die er empfindet, so realistisch wahr, dass diese vom wirklichen Leben nicht unterschieden werden können.
Träumen heißt Imaginieren. Halbwegs logisch und zusammenhängend, aber eben trotzdem „entsinnt“, denn im Traum können wir ja bekanntlich fliegen oder das Geschehen in Zeitlupe ablaufen lassen.
>> Videotrailer
Choreografie: Minka-Marie Heiß (D)
Proben-Assistenz: Verena Flurschütz (D), Micaela Kühn Jara (CL)
Dramaturgie-Assistenz: Merle Kondschak (D)
TänzerInnen: Alice Baccile (I), Isabella Blum (D), Deniz Doru (TUR), Mikaël Vivien Orozco Madsen (DK/F), Sonia Rodriguez Hernandez (ESP), Yari Stilo (I), understudy: Tim Grabow (D)
Musik: Michio Woirgardt (JP/D)
Lichtdesign: Rainer Ludwig (D), Andreas Kern (D)
Tontechnik: Peer Quednau (D)
Probenbetreuung: Micaela Kühn Jara (CL)
Fotos: Nicholas Crepea (US), Bearbeitung: Minka-Marie Heiß (D)
Dauer: ca. 60 Min.
„matter matters?“ wird gefördert von Bezirk Oberbayern sowie hausgemacht e.V. und findet mit freundlicher Unterstützung von Iwanson-Sixt-Stiftung und
i-camp/neues theater münchen statt.
Tickets: 16.-, ermäßigt 10.-
Reservierung: 089/650000 (AB) + Online-Reservierung
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