05. - 06. Mai 2012 / 5. Mai, 20:30 Uhr - 6. Mai, 18:00 Uhr | MÜNCHEN-PREMIERE
ICH FINDE ES GUT, DAS IM THEATER ALLE UMSONST ARBEITEN. DA IST MAN DOCH GERNE DABEI
Teil II der Trilogie WELTEN WENDEN MENSCHEN von WUWEI REKORT LOEW
München-Premiere: 5. Mai 2012, 20:30 Uhr + 6. Mai 2012, 18 Uhr
Uraufführung 22.09.2011 - Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt a. Main)
"Künstler sind Experten des Wandels".
Das Frankfurter Ensemble mit dem sperrigen Namen WuWei Rekort Loew, mit Angelika Sieburg vom WuWei Theater, Regisseurin Sabine Loew und Dramaturgin Heike Kortenkamp hat sich nicht nur mit diesem Satz von Adrienne Göhler munitioniert.
Es geht um die Frage, ob man denn lebe um zu arbeiten - oder umgekehrt. Eine alte, große Frage, die sich doch den Künstlern, den freischaffenden zumal, auf eine besondere Weise stellt. Die drei auf der Bühne des Frankfurter Mousonturms - Sieburg, Nicole Horny, Anja Bilabel - sind erfahrene Schauspielerinnen der freien Szene. Deswegen können sie versiert zeigen, dass sie notfalls auch babysitten, aus Torten springen oder total kreative soziale Projekte leiten können, weil das Geld ja nie reicht für das Eigentliche, die Kunst. […] Mit einer Dreijahresförderung des Kulturamts Frankfurt untersucht die Gruppe unter dem Titel "Welten Wenden Menschen" Lebenssituationen.
"Ich finde es gut, dass im Theater alle umsonst arbeiten. Da ist man doch gerne dabei.", so der Titel des jüngsten Stücks, nimmt die eigene unter die Lupe: ein drängendes, lohnenswertes Thema. Die Gruppe nutzt Theatermoden, die sie gleichzeitig ironisiert, mit "Experten des Alltags" wie Rimini Protokoll und gebrüllter Systemkritik wie René Pollesch, um Zwänge zu zeigen, die Regisseurin Sabine Loew mit Musik und Tanz, viel Gerede und Videoeinspielern, Liveschaltungen in die Garderobe hör- und sichtbar macht.
Das erheitert bitter, nicht nur die freischaffenden Künstler im Publikum. FAZ, 27. September 2011
“Ich finde es gut, dass im Theater alle umsonst arbeiten. Da ist man docjh gerne dabei.“ ist der 2. Teil der performativen Forschungsreihe WELTEN WENDEN MENSCHEN des Kollektivs WUWEI REKORT LOEW, in der drei Darstellerinnen vom Ohnmachts- zum Arbeits- und Gewohnheits- und schließlich zum Zukunftstier mutieren.
Die Performerinnen treten als hyperkulturelle Zitatensammlung und Identitätshervorbringerinnen in die Arena.
Sie sind Medea, Iphigenie, Maria Stuart, Elisabeth, Nora, Käthchen, Orlando, diverse Nebenfiguren - meist weibliche - entindividualisierte, fragmentarisierte Figuren des Postdramatischen, sie spielen sich selbst genauso authentisch, wie Sie, Ihre Mutter oder sonst wen. Sie gehen der Frage nach, ob und inwiefern die so genannte kreative Klasse wirklich, wie manche behaupten, zum Vorbild für zukünftige Arbeitswelten taugt: Sie exhibitionieren ihre Produktionsbedingungen, sie kämpfen gegen ihre eigene Abschaffung und nennen es Arbeit.
Am Ende des fordistischen Zeitalters kann den Gesellschaften doch nichts Besseres passieren, als dass alle, die noch nicht Manager sind, freie Künstler werden – Yeah and WOW!
Regie und Video: Sabine Loew
ExpertInnen der künstlerischen Arbeit und Arbeitslosigkeit: Anja Bilabel, Nicole Horny, Angelika Sieburg
ExpertInnen der nicht-künstlerischen Arbeit und Arbeitslosigkeit: Jugendliche und Erwachsene aus Gelsenkirchen, Recklinghausen, Oberhausen und anderswo.
Ausstattung: Andrea Uhmann
Text und Konzept: Steffen Lars Popp , Heike Kortenkamp, Sabine Loew und Ensemble
Produktionsdramaturgie und kulturpädagogische Leitung: Heike Kortenkamp
Sound: Oliver Augst und Marcel Daemgen
Choreografie: Brigitta Schirdewahn
Produktion: Angelika Sieburg und Heike Kortenkamp
Organisation: Hartmut Nawin-Borgwald
Wu Wei rekorT Loew in Koproduktion mit dem Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt. Gefördert mit einer dreijährigen projektgebundenen Konzeptionsförderung vom Kulturamt Frankfurt a. M., dem Hessischen Minsterium für Wissenschaft und Kunst, der Bodo-Sponholz-Stiftung.
Die München-Premiere findet mit freundlicher Unterstützung durch i-camp statt.