20. - 21. April 2012 / 20:30 Uhr | MÜNCHEN-PREMIERE
WOYZECK ÜBERSCHREIBEN
Eine Inszenierung von Sebastian Blasius.
Premiere: 23. März, Theaterdiscounter Berlin
Weitere Aufführungen: 24. / 28. / 29. März 2012, Theaterdiscounter Berlin
23. - 25. November 2012, Orangerie-Theater im Volksgarten, Köln
Weitere Informationen: www.woyzeck-ueberschreiben.de
Vorankündigung: accesstodance.de
Vier TänzerInnen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen rekonstruieren die Bewegungen und Sprechweisen von SchauspielerInnen in ihren Verkörperungen des Woyzeck-Personals verschiedener früherer Inszenierungen und entwickeln daraus eine Choreografie.
Als was können die historischen Gesten eines Schauspielers lesbar werden, wenn TänzerInnen sie rekonstruieren, re-enacten, nachschreiben in dem Bewusstsein, dass es sich um das Material Abwesender handelt? Welche Körper, welche Identitäten, welche Präsenzen bringt diese Konfrontation hervor?
Mit dieser Auseinandersetzung entsteht ein Archiv der Erinnerungen und damit verbunden natürlich die Frage, wie ein Umgang mit einem kulturellen Gedächtnis heute möglich ist.
WOYZECK ÜBERSCHREIBEN ist der 3. Teil einer Recherche, die sich mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, historisches Inszenierungsmaterial zu erinnern, fortzuschreiben und zu übermalen, um gerade dadurch den Raum für eine aktuelle Auseinandersetzung zu öffnen.
Georg Büchners „Woyzeck“ scheint sich für diese Recherche perfekt zu eignen: ein Text, der aufgrund seines fragmentarischen Charakters dazu einlädt, Bruchstellen zu beleuchten, alternative Zugriffe auszuprobieren und ihn damit gerade nicht als 'soziales Rührstück' zu lesen.
Vier TänzerInnen setzen sich mit den Bewegungen und Sprechweisen von SchauspielerInnen in ihren Verkörperungen des „Woyzeck“-Personals unterschiedlicher früherer Inszenierungen auseinander und entwickeln daraus eine Choreografie. Als was können die historischen Gesten eines Schauspielers nun lesbar werden, wenn ein Tänzer sie rekonstruiert, re-enactet, nachschreibt in dem Bewusstsein, dass es sich um das Material Abwesender handelt? Welche Körper, welche Präsenzen, welche Zeitlichkeiten bringt diese Konfrontation hervor?
Im selben Zuge soll danach gefragt werden wie sich die Performer in die verschiedenen fiktionalen Bewegungssprachen hineinbegeben und sich parallel dazu als zeitgenössische Subjekte behaupten können.
Entlang vorhandener bekannter Inszenierungen sollen theatrale Konventionen und Sehgewohnheiten befragt werden. Vielleicht kann dem Büchner-Text dadurch etwas zurückgeben werden, das immer wieder unberücksichtigt blieb?
Zusammen mit seinem Team begibt sich Regisseur Sebastian Blasius auf die Reise zu den Bruchzonen des Woyzeck-Materials und versucht eine neue Perspektive auf den ‘vielfach vom Theater geschundenen Text’ (Heiner Müller) zu formulieren.
Sebastian Blasius (Regie)
Geboren 1979 in Krefeld, Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen, u.a. bei deufert + plischke, Laurent Chétouane und Mathilde Monnier; zuvor auch Arbeit als bildender Künstler und Musiker; er war Regieassistent am Schauspielhaus Bochum.
Derzeit Arbeit als Regisseur, Choreograf, Theaterwissenschaftler und Dozent; verschiedene Publikationen u.a. zu Samuel Beckett und zum Theorem der Präsenz. Seine derzeitige künstlerische Recherche untersucht, wie sich historische Schauspielinszenierungen mit Tänzern re-enacten lassen, um dieses wieder hervorgebrachte Material schließlich mit eigenen, alternativen Fragestellungen zu durchsetzen. Bisherige Projekte dieser Auseinandersetzung sind: Appropriation. Parasiten. Krapp's last tape (2009/10) und Present Continuous Past(s) (2011).
Performance: Sigal Zouk / Ludger Lamers / Arantxa Martinez / Eduard Mont de Palol
Regie: Sebastian Blasius
Dramaturgie: Daniel Franz
Bühne / Kostüm: Cristina Nyffeler
Licht: Andreas Mihan
Ton: Rupert Jaud
Sprechtraining: Vivian Lüdorf
Produktionsassistenz: nützlich + schön
In Kooperation mit i-camp/neues theater münchen -Theaterdiscounter Berlin - Orangerie-Theater Köln.
Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds / Landeshauptstadt München.
Tickets: 16.- / ermäßigt 10.-
Reservierung: 089/650000 (AB) + Online-Reservierung
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