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01. - 05. Dezember 2010 / 20:30 Uhr | Premiere
Parasitenparade.
20. Stunde (Verwaltungsperformance) von Holger Dreissig.
Weitere Vorstellungen: 1. / 2. / 3. / 4. / 5. Dezember 2010, je 20:30 Uhr
Mit der runden Zahl 20 geht das Projekt Verwaltungsperformance in die Zielgerade.
Der auf 24 Teile angelegte Zyklus entsteht seit 1992. Haben sich die ersten drei Stunden direkt mit Verwaltung befasst und in Verwaltungswelten gespielt, geht es seit der vierten Stunde hauptsächlich darum, was sich nicht verwalten lässt.
Verwaltungsperformance beschäftigt sich mit Formzwängen, in die unser Leben gepresst ist (gesellschaftliche Regeln, kultureller Kontext, Logik, Sprachgebrauch, Tabus, Mode etc.) und begibt sich dadurch auf die Suche nach dem, was sich der Verwaltung entzieht (unmittelbare Körperlichkeit, Wahn, Tod, Traum, Schmutz, ekstatische Zustände usw.). Verwaltungsperformance ist ein theatrales „Forschungsprojekt“ und reflektiert Theater mit Haltung und Humor.
Aus der Hölle in uns selbst schreiben die Parasiten lustige Frachtbriefe, die hohen Besuch ankündigen.
Parasiten bilden in einem Verhältnis von 4:1 die Mehrheit der Arten auf der Erde. Sie wechseln ihre Form und ihre Wirte und machen dabei die erstaunlichsten Wanderungen. Parasiten sind extrem einfallsreich und effizient, wenn es darum geht, Abwehrmechanismen zu umgehen oder auszuschalten. Sie können gezielt das Verhalten ihres Wirts verändern, ohne dass es ihm bewusst wird.
Ausgangspunkt für die 20. Stunde sind die verblüffenden Mutations- und Manipulationsweisen von Parasiten. Milieuwechsel und Metamorphosen der Parasiten bezeichnen Handlungsbrüche und Genresprünge. Das Stück folgt der Logik des Befalls. Entsetzte Körper, tropfnasse Gestrandete verhandeln ihre Position, berichten Parasitenkarrieren und zeigen merkwürdige Veränderungen: einst glückliche und engagierte Mitbürger sind plötzlich wie ausgewechselt. Sie verwandeln sich in seelenlose und fremde Wesen, führen sich auf wie Wilde, Figuren mutieren abrupt, wechseln die Rollen, landen im Zombiefilm. Changierend zwischen abgründigem Humor und handfestem Horror, drastisch pointiert bis hauchzart. In gewisser Weise sind wir Menschen die Parasiten unseres Planeten – was wir von den Parasiten lernen können: den Wirt nicht umzubringen.
Mit: Muriel Aichberger, Eyreen Prochnow, Phillipp Weitzdörfer, Holger Dreissig
Coaching: Matthias Hirth
Lichtdesign: Susanne Koch
Texte, Regie, Bühne, Kostüm: H 30
„Parasitenparade“ wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und findet mit freundlicher Unterstützung des i-camp statt.
Kartenreservierung
Tickets: 16.- / erm. 10.-
Reservierung: 089/65 00 00 (AB) + ttickets@i-camp.de
Holger Dreissig, geboren 1965 in Frankfurt am Main, lebt in München (und Berlin). Er arbeitet im In- und Ausland als bildender Künstler, Autor und freier Regisseur.
Seit 1992 entsteht der 24-teilige Zyklus 1. - 24. Stunde (Verwaltungsperformance), dessen 20. Teil „Parasitenparade“ wir im November / Dezember 2010 erleben werden.
1995 gründete Holger Dreissig die „Scheinfirma 30“ und als eines ihrer Produkte die JEANSGRUPPE, die bereits auf zahlreichen Festivals zu sehen war.
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