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17. Dezember 2009 / 19:00 Uhr | LESUNG
Öffentliche Lecture mit Dr. Katja Schneider
im Rahmen der Künstlerwerkstatt BODY TERRITORIES, LAB VII
"Authentizität des performativen Körpers"
„Das abgenutzte Zauberwort heißt authentisch“, liest man im Zeit-Magazin vom 15. Oktober zur Selbstdarstellung von Carla Bruni.
Nicht nur im PR-Bereich, sondern auch im Feuilleton, in Reportagen und in den Geisteswissenschaften hat der Begriff weiter Konjunktur. Er setzt, auf Sachen und Nachrichten bezogen, die Möglichkeit der Fälschung bereits voraus. „Authentizität“ ist allerdings keine Eigenschaft, sondern ein Inszenierungskonzept, das einen Echtheitseffekt erzeugen will und soll, und zugleich ein normatives Wahrnehmungsgebot. Was bedeutet ein Authentizitätskonzept im Feld des Theatralen, speziell des Tanzes? Und wäre es nicht Zeit, sich von ihm zu verabschieden?
Dr. Katja Schneider (D) ist seit 2004 Lehrbeauftragte für Tanz an der twm – Theaterwissenschaft München. Sie studierte Neuere Deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität, wo sie 1995 über den Aufklärungsdramatiker Johann Christian Krüger im Kontext der Emotionalisierungsstrategien des 18. Jahrhunderts promovierte. Schwerpunkte ihrer akademischen Arbeit sind Tanzgeschichte und Konzeptionen des zeitgenössischen Tanzes, Tanztheorie, Tanz-, Theater- und Textanalyse. Außerdem arbeitet sie als Tanzpädagogin, Kuratorin (u. a. Tanzplattform Deutschland 2004) sowie als Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt Tanz, vor allem für die Süddeutsche Zeitung und den Deutschlandfunk, und ist verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift tanzjournal.
Sie veröffentlichte unter anderem Reclams Ballettführer (Stuttgart 2002, zusammen mit Klaus Kieser), den Ratgeber Alle Kinder tanzen gern (Wiesbaden 2004) und gab das Handbuch Experimentelles Musik- und Tanztheater heraus (Laaber 2004, zusammen mit Frieder Reininghaus) heraus.
Mit BODY TERRITORIES (Laboratory & Lecture) entwickelt Monica Gomis eine neue Forschungsmethode, die verstärkt Körperwissen und Emotionen in intellektuelle Prozesse und Konzepte
integriert.
Dabei soll eine Balance zwischen intellektueller und körperlicher Vorgehensweisen hergestellt werden. Die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen befruchtet und bereichert die jeweils andere Gattung.
Durch die Partizipation bei Laboratory & Lecture können sich Wissenschaftler künstlerischer Erkenntnisse bedienen, um ihre Forschung über Emotionen und Körperwahrnehmung weiterzuentwickeln.
Die Münchner Performer-und Tanzszene wird durch dieses neue Konzept angeregt, ebenso ein intensiver Austausch mit Theoretikern und Experten verschiedener Sparten etabliert.
Jedes LAB ist in 3 Module unterteilt:
Part 1: Körperarbeit und Entwicklung verschiedener Improvisationsmethoden, auf Basis des theoretischen Inputs der Wissenschaftler.
Part 2:Von Übungen und Improvisationen zur Performance.
Part 3:Theoretischer Teil: Sammlung der Ergebnisse der Körperarbeit, Lectures & Diskussionen.
Weitere Informationen: www.monicagomis.com
Die Veranstaltungsreihe BODY TERRITORIES (Lab & Lecture) von Monica Gomis wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert.
LAB VII findet, wie bereits LAB I, III und VI in Koproduktion mit i-camp/neues theater münchen statt.
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