Spielplan     i-camp     Spezial     Presse     Videos     Archiv     Kontakt & Impressum     Suche
[ zurück ] NEWS




29. Oktober - 01. November 2009 / 20:30 Uhr | PREMIERE!

Identità – Pellegrinaggio all‘ amore
Ein Tanztheater von Yvonne Pouget

Mit: Pino de Vittorio (Solist der Capella Pietà de´ Turchini)

Münchner Merkur, 31. Oktober 2009
"Liebeslieder, schön und rauh, mit großer Strenge vorgetragen von de Vittorio, zu dem sich auch mal Gitarrist Marcelo Vitale gesellt und, als zweite Stimmen, die exzellenten Tänzer Katharina Neuweg und Damien Liger.
(...)
Man kann sich da nur einlassen auf Pougets meditative Entschleunigung und rituelle Bilder als Weg zu innerer Versenkung."

Für ihre neue Produktion „Identità – Pellegrinaggio all´amore“ konnte Yvonne Pouget eine erlesene Besetzung aus international renommierten Künstlern unterschiedlicher Sparten gewinnen. Gemeinsam mit der Bildhauerin Hélène Yousse (Spanien), dem Sänger und Schauspieler Pino De Vittorio (Italien), dem Chiatarra-Battente-Virtuosen Marcello Vitale (Italien), der Tänzerin Katharina Neuweg und dem Tänzer Damien Liger entführt sie ihr Publikum in eine berauschende Welt der Sinnlichkeit. In eine tiefgründig-geheimnisvolle Theaterwelt, in der die Seele Süditaliens atmet, in der logisches Verstehen überflüssig ist, wo der Klang zur Gebärde und die Aufführung zu einem Raum wird, in den das Publikum eintritt und spürt.

Inhaltlich setzt Pouget dabei die Erforschung ihrer zwei Hauptthemen fort: Die Möglichkeit eines erfüllten (Über)Lebens unter den erschwerten Bedingungen von Gewalterfahrung, Trauma und Tod.

Grundlage von „Identità – Pellegrinaggio all’ amore“ ist das komplexe Thema der Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen. Zur Umsetzung für ihr „rituelles Theaterlabor zur methaphysischen Wunscherfüllung und Reinigung“ wählt die Choreographin die ursprüngliche Bedeutung einer Pizzica Tarantella, die sie von einem individuellen Schicksal auf eine ganze Generation ausweitet.
Als allegorische Personifizierung einer kriegstraumatisierten Seele, erschafft Pouget als Ausgangspunkt ihrer Inszenierung die Figur der ‚Fanciulla’ - die „Tarantata“ der Wallfahrt für die Liebe. Pouget versteht die ‚Fanciulla’ als „methaphysische Stellvertreterin“ der kriegsgeschädigten Menschen in der Generation ihrer Großeltern und Eltern. In dieser Stellvertreterin verdichtet Pouget die lebenslange Sprachlosigkeit und das Abspalten-müssen einer verstummten Generation.

Auch in Italien halten viele Pizzica (Tarantella) für etwas Simples, für einen Volkstanz. In der apulischen Region Salento war die ursprüngliche Bedeutung der Pizzica jedoch eine völlig andere, und hatte nichts mit einem Touristen- und Medienereignis, einer „Nacht der Tarantella“, zu tun. Eine „Tarantata“ ist heute eine Frau mit akuten Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Beim Auftreten solcher massiver Symptome würde man der Notarzt rufen, bis vor ca. 50 Jahren haben die Menschen im Salent „die Musiker“ geholt.

Als Begleiter dieser intensiven Seelenreise konnte die Choreographin den Sänger und Schauspieler Pino De Vittorio gewinnen. De Vittorio blickt auf eine lange Theaterkarriere zurück, in der er in den musikgeschichtlich bedeutendsten Werken von Roberto De Simone als Hauptdarsteller auftrat. Heute ist er Solist der „Capella Pietà de´ Turchini“ unter der Leitung von Antonio Florio, die sich auf die Aufführung von neapolitanischer Barockmusik spezialisiert hat, und zählt zu den wichtigsten Barockinterpreten weltweit.
Die Inszenierung „Partenope“ des Orchesters ist der Höhepunkt der diesjährigen Festspiele im Teatro San Carlo, Neapel (Italien). Neben dieser Rolle als führender Barockinterpret ist De Vittorio passioniert von der traditionellen Musik seines Landes und hat vor mehr als 25 Jahren damit begonnen, die Lieder seiner Region zu sammeln, indem er die Dörfer Apuliens bereiste und die alten Gesänge auf Tonband aufzeichnete und somit vor dem Vergessenwerden rettete. Seine einzigartigen Interpretationen der Tarantellas sind die pure, herausgeschälte Essenz dieser Musik, sie enthält ein sehr altes sozio-kulturelles Wissen von Heilung.

Nach Jahren der intensiven Recherche und mehreren erfolgreichen Projekten à propos (u. a. „Pane in cielo“, 2003, „Corporalità“, 2004, „Il viaggio – la smorfia della vita“, 2006, „Hoch oben weites Blau – vita tu mi fai morire“, 2008) kann Yvonne Pouget zu recht als Expertin für die tänzerisch-theatralische Umsetzung dieser Themen gelten. Um ihre Inhalte zu transportieren, wählt die Choreographin facettenreiche Verschlüsselungen, in die sie ihre eigene ungewöhnliche Lebenserfahrung und Fragmente ihrer Biografie hineinwebt. Sie versteht ihre Kunst als einen intimen interpsychischen Prozess mit dem Publikum, ebenso flüchtig wie vergänglich. Sie ist, bei allem formalen und intellektuellen Interesse, eine Idealistin mit dem enthusiastischen Wunsch ihr Publikum zu berühren.

Idee / Choreographie / Regie / Tanz: Yvonne Pouget
Gesang / Schauspiel: Pino De Vittorio (Italien)
Chitarra Battente: Marcello Vitale (Italien )
Tanz: Katharina Neuweg / Damien Liger
Bühnenbild / Gestaltung des Bühnenraums: Hélène Yousse (Spanien)
Lichtdesign: Rainer Ludwig
Video: Anja Uhlig
Fotografie: Anja Wechsler

„Identità – Pellegrinaggio all‘ amore“ wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert.

Tickets: 16.- / ermäßigt 10.- | Reservierung: 089/650000



Klicken Sie die jeweilige Jahreszahl
im Menü oben, um das jeweilige Jahresprogramm einzusehen ...














i-camp / neues theater münchen, Entenbachstr. 37, 81541 München
FON: 089 / 650000 (AB), FAX: 089 / 654325, info@i-camp.de