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07. - 14. Februar 2009 / jeweils 20.30 Uhr | PREMIERE Keine Vorstellungen vom 8. - 10. Februar
dead OR alive – eine slide show
Eine uncertainty produktion von Ralf Hinterding
Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2009
"Wenn also doch Theater stattfindet, ist der Abend hübsch."
Ausgehend von Bruce Nauman’s „The true artist helps the world by revealing mystic truth." beschäftigt sich 'dead OR alive' mit dem Wissenschaftler als Künstler. Zwei als Wissenschaftler verkleidete Performer und ein Musiker machen sich mit Unterstützung verschiedener Lebensformen auf der Bühne Gedanken über Leben & Tod. Was ist Leben? Wo hört es auf? Was ist der Mensch? Was bleibt von seiner Einzigartigkeit, wenn die Wissenschaft ihn vollständig verstanden und entmystifiziert hat? Wenn wir ihn nach Belieben optimieren und sogar nachbauen können? Was bleibt vom ICH wenn wir alle Bestandteile des Menschen beliebig austauschen können?
Andrerseits: leben wir nicht längst wie intelligente Bioreaktoren, die sich an jede Situation anpassen können? Die ersten 3 Kränkungen der Wissenschaft haben wir doch ganz gut überstanden: Kopernikus, der uns aus dem Zentrum des Sonnensystems verjagt hat, Darwin, der uns vom Thron des göttlichen Ebenbildes geschubst hat und Freud, der unsere Illusion vom Herrn im eigenen Haus zerstört hat. Haben wir doch alle sehr gut überlebt. Warum sollten wir die Vierte, die – vorerst – letzte Kränkung, nämlich die Hirnforschung, die sich aufmacht, ALLES, was uns ausmacht, auf bio-physikalische Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen, nicht auch überstehen.
In jedem Fall steht der Mensch vor den Trümmern seines Selbstbildes aus wissenschaftlichen Fragmenten, und sucht darin weiter nach irgendeinem Sinn, dem ihm die Wissenschaft nicht geben kann und will. Die Slide-Show beginnt in der Wissenschaft und endet im Theater: der „lebendigen Kunstform“ – wie es sich selbst gerne nennt. Der TOD zumindest war schon immer ein zentrales Thema des Theaters und der Oper.
Ralf Hinterding (Konzept, Regie, Video) studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Münster, London und an der LMU München. Nach Regieassistenzen am Bayerischen Staatsschauspiel und am schauspielfrankfurt u.a. bei Armin Petras und André Wilms arbeitet er als freier Regisseur am schauspielfrankfurt und schuf seit 2002 eigene Theaterprojekte und Performances beim Junge Hunde Festival in Meiningen, im Pumpenhaus in Münster und in München im i-camp/neues theater, an diversen Orten im Öffentlichen Raum und an den Münchner Kammerspielen.
Konzept, Regie, Video: Ralf Hinterding
Text: Hinterding, Rovan, Strodthoff
Komposition, Musik, Ton: Ben Knabe
Ausstattung: Tina Toeberg
Licht: Volker Sippel, Moritz Hesse
Fotos: Maike Brautmeier
Pressearbeit: Kathrin Schäfer, Ulrich Stefan Knoll
Regieassistenz, Ton: Andreas Bäumer
Video- und Fotoassistenz: Joachim Schlag
Ausstattungsassistenz: Ruth Gehler
Dramaturgieassistenz: Wilko Franz
Produktion: uncertainty
Mit: Irene Rovan, Jochen Strodthoff, Ben Knabe.
Auf Festplatte: Harald Reedmer
Eine uncertainty produktion in Koproduktion mit dem i-camp/neues theater münchen und dem Theater im Pumpenhaus Münster.
Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und vom Kulturamt der Stadt Münster.
Tickets: 16.- / 10.- (ermäßigt) | Reservierung: 089/65 00 00
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