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14. Juni 2003 / 20.30 Uhr
Morton Feldman
for bunita marcus (1985)
Sabine Liebner, Piano
Morton Feldman (1926 - 1987) gehört unbestritten zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Kompositionsarbeit beschritt er völlig neue Wege und stellt somit eine singuläre Erscheinung im Musikleben des vergangenen Jahrhunderts dar. Mit der Aufführung des 1985 entstandenen Werkes für Klavier "for bunita marcus" wird die von Sabine Liebner im i-camp/Neues Theater München initiierte Konzertreihe fortgesetzt, in der späte Werke Morton Feldmans zu einer Münchener Erstaufführung gebracht werden (1999 FOR PHILIP GUSTON, 2000 Triadic Memories,2001 For John Cage, 2002 Patterns in a chromatic field). Da diese Musik aufgrund ihrer extremen Zeitdauer den Rahmen eines normalen Konzertabends negiert, wird sie nur sehr selten in Deutschland aufgeführt.
Morton Feldman zu "for bunita marcus":
"Ich weiß wirklich nicht, wie lange ein Stück sein wird. Nach und nach. Häufig hat das Diktat eines Stückes mit rein persönlichen und emotionalen Gründen zu tun. Das Stück, das ich Bunita Marcus gewidmet habe, wenn ich mich verletzlich machen sollte, hat mit dem Tod meiner Mutter zu tun und mit dem Gedanken eines langsamen Todes. Ich wollte einfach nicht, dass das Stück stirbt. Ich habe dies also kompositorisch genutzt, um es am Leben zu halten, wie einen unheilbaren Patienten, so lange wie möglich."
In "for bunita marcus" handelt es sich vermutlich um das Kompositionsprinzip des Stückes selbst, den Austausch von kurzen Takten mit Tonmaterial und langen Pausentakten gegen lange Takte mit Tonmaterial und kurze Pausentakte, das Feldman hier bewußt einsetzt, um das Stück nicht vorzeitig beenden zu müssen. Zuerst wird das Ausgangsmaterial durch den Austausch metrischer Werte verlängert, danach durch Transposition und Umstellung einzelner Takte. So ist insgesamt mehr als ein Drittel der Komposition über die eigentlich Kapazität des Materials hinaus angefügt. Genau dies aber scheint das normale Verhältnis zwischen Anfang und Ende zu sein, mit dem Feldman in seinen Stücken rechnet, so dass "for bunita marcus" weniger eine Ausnahme darstellt, als die Regel, die in diesem Fall von persönlichen Motiven begleitet, aber wohl letztlich nicht entschieden wird.
Sabine Liebner / Piano:
Studium an der Hochschule für Musik in München bei Karl-Hermann Mrongovius. Meisterkurse u. a. bei Miecyslaw Horszowski. Aufnahmen und Live-Mitschnitte beim BR, WDR, HR. Fernsehfilmproduktion beim WDR. CD-Einspielungen bei den Labels Eversong, mode records und Koch Classics. Zahlreiche Ur- und Erstaufführungen. Solistische und kammermusikalische Konzerttätigkeit. Seit 1990 Zusammenarbeit mit Micro Oper München. Seit 1992 Projektförderung durch den Deutschen Musikrat. 1995 Mitbegründerin der Konzertreihe GASTSPIELE.
1999 Aufführung von Morton Feldmans "For Philip Guston". 2000 Aufführung von Morton Feldmans "Triadic memories". 2001 Aufführung von Morton Feldmans "For John Cage". 2002 Aufführung von Morton Feldmans "Patterns in a chromatic field". 2002 Aufführung von John Cages "Music for piano" (Münchener Erstaufführungen).
Gefördert durch das Kulturreferat der LH München und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
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