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09. - 12. Februar 2005 / jeweils 20.30 Uhr

MA_KE [Münster]:
"ich sterbe gleich, schatz"
nach Chat-Texten von Susanne Berkenheger


Das neue MA-KE Projekt ist ein tiefer Seufzer aus dem World Wide Web. Entstanden ist ein theatrales Chat-Destillat, in dem der Zuschauer dem Reiz des Online-Voyeurismus erliegen darf.

Für den Text - zu 90 Prozent Originalbeiträge aus Chatter-Foren - hat MA-KE-Macher Manfred Kerklau Deutschlands Star in Sachen Internet-Literatur engagiert. Die Berlinerin Susanne Berkenheger, mehrfache Literaturpreisträgerin für poetisch-computerspielhaften Web-Werke, hat viele Nächte lang auf der Lauer gelegen und schließlich eine ungeheure Chat-Provokation gewagt. Sie hat die Rolle einer so genannten Lurkerin angenommen. Diese Chatterin gibt nichts von sich preis, sie horcht nur aus und späht. Gabriele Brüning spielt diese "Lurkerin", in deren Kopf das Chat-Konglomerat wie Feuer brennt.

"ich sterbe gleich, schatz" ist ein Destillat aus dem, was Chats ausmacht: Jeder stellt sich und die Welt so dar, wie es ihm gerade durch den Sinn schießt, keine Ansicht ist zu abstrus, als dass sie nicht von irgend jemand bestätigt würde. Die Gestalt der namenlosen Mitleserin ist der Gegenentwurf zu all dem. Sie überhöht keine Biographie und erfindet keine neue, sie teilt der Welt nicht mit, was sie von ihr hält. Sie bleibt ein Fragezeichen, eine Leerstelle, die die anderen zu füllen trachten. Die Mitleserin saugt alles Gesagte auf, eisern schweigend, verschlingt plane Identitäten en masse.

Susanne Berkenheger
*1963, lebt in Berlin. www.wargla.de
Seit 1997 setzt sich Susanne Berkenheger mit dem Internet und seinen literarischen Konsequenzen auseinander. Bekannt wurde sie mit ihren Browser-basierten Werken, die die Möglichkeiten von Literatur mit den Möglichkeiten von Computerprogrammierung zu verschmelzen suchen: Die Werke agieren und zwingen den Leser zu agieren, manche Falle lauert unter der hüpfenden, blinkenden Oberfläche der Stücke.
1997 gewann Berkenheger den Internet-Literaturpreis der ZEIT für ihr Debüt "Zeit für die Bombe". Das Nachfolgewerk "Hilfe!" (1999) gewann den Ettlinger Internet-Literaturpreis, "Die Schwimmmeisterin" (2002) wurde vom Deutschen Literaturfonds gefördert und im Haus der Kunst in München sowie im Netherlands Media Art Institute in Amsterdam ausgestellt.
Gemeinsam mit Gisela Müller erfand Susanne Berkenheger die Worldwatchers (2003): Kurze literarische Texte, die sich aus den Bildern von Webcams irgendwo auf dem Globus speisten. Gemeinsam mit Klaus Ungerer schrieb Berkenheger als Stipendiatin der Thyll-Dürr-Stiftung den dramatischen Text "Hirnfunk vom Mond" (2003) - per Chat. Sie knüpfte damit an den "Kampf der Autoren" (1999) an, dessen Rohmanuskript sie und drei weitere Autoren durch gemeinsames Chatten erstellten. Das Stück wurde beim Stuttgarter Filmwinter 2000 uraufgeführt.

MA_KE
MA_KE beschäftigt sich bisher mit den aktuellen Möglichkeiten der neuen Technologien (NT) in ihrer Anwendung und Nutzung in Verbindung mit dem Theater.
Wie schon in den vorangegangenen Projekten setzt sich MA_KE in "Ich sterbe gleich, Schatz" mit verschiedenen Wahrnehmungs- und Wirklichkeitskonstrukten auseinander. Es geht hier um die Entwicklung und Schaffung einer eigenen Kunstform und eigener Kunstwerke, die in ihrer spezifischen Weise die NT nutzen und interpretieren. Neben der Einbeziehung dieser Medien in die künstlerische Arbeit Videokonferenzschaltung, Internetschaltung und Computer- und Videoanimationen) interessiert MA_KE jetzt eine konzeptionelle, künstlerische Verbindung mit den Neuen Technologien, die psychologische Qualität.

Konzept/ Regie: Manfred Kerklau
Schauspiel: Gabriele Brüning
Autorin: Susanne Berkenheger
Raum: Hans Salomon
Sounddesign: Detlef Piepke
Video: Stefan Hollekamp


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