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15. November 2006 / jeweils 20.30 Uhr
Yvonne Pouget
Il Viaggio - La smorfia della vita
Ein rituelles Theaterlabor
Yvonne Pouget steigt in ihrer neuen Produktion "Il Viaggio - La smorfia della vita" tief hinab in die volkstümliche neapolitanische Kultur, mit ihren Geisterwelten und ihrem Aberglauben. Als dramaturgisches Instrument nutzt Pouget das neapolitanische Traumdeutungsbuch la smorfia, das jedem Traumsymbol und jeder Traumhandlung eine Glückszahl zuweist, die für das Lottospiel genutzt wird. In Neapel hängt das Lottospielen seit jeher mit dieser jahrhundertealten Form der Numerologie zusammen, ähnlich der Zahlenmystik des Pythagoras oder der Kabbala. Schon immer haben die Armen der Stadt damit versucht ihr Leben zu interpretieren, um sich dem Schicksal nicht gänzlich ausgeliefert zu fühlen.
Die in München lebende gebürtige Neapolitanerin verbindet dabei ihre eigenen ausdrucksstarken Bildschöpfungen mit der choreographischen Sprache ihrer Choreographen-Tänzer Katarina Neuweg und Damien Liger.
Yvonne Pouget über "Il Viaggio - La smorfia della vita"
"Ein Leben wird uns geschenkt, wir werden geboren, nackt.
Wir machen uns auf den Weg, wir begeben uns auf eine Reise. Wir tragen unser Herz voller Hoffnung, Zuversicht, Bangen und Sehnsucht. Die Reise ist unser persönliches Lottospiel, die Würfel fallen und wir folgen ihren Zahlen. Das Leben beutelt uns, so wie die Smorfia-Zahlen im Korb geschüttelt werden, aber wir suchen dennoch unser Glück. Etwas fügt das Leben hinzu, etwas nimmt es fort. Wir durchreisen Kindheit, Pubertät, das junge Erwachsensein, das mittlere Alter, das reifere Alter, das Alter, und am Ende verlieren wir unser nacktes Leben. Die Schöpfung nimmt es uns wieder fort. Wir tragen ein Hemd. Wir denken nicht gerne daran, daß wir nicht gefragt werden, ob wir nackt geboren demutsvoll in den Tod reisen wollen. Wir verändern uns auf der Reise, unser Körper, unser Bewußtsein, wir verpuppen uns und graben uns ein, wir verlassen und lassen los, wir reisen auf einem drehenden Rad aus Werden und Vergehen. Die alte Haut bleibt liegen, wie ein verlassenes Haus, wir wohnen in einer neuen Haut. Es heißt Abschied nehmen um weiterzureisen, weiterzukommen, um zu leben. Jeder trägt sein Bündel, sein Bewußtsein, sein Vergessen, seine physische Sterblichkeit. In uns "wohnen" alle, die wir auf dieser Reise gewesen sind. Alte Menschen werden wieder Kinder, und dann kehren sie zurück."
Idee/Regie/Choreographie/Musikdramaturgie/Tanz: Yvonne Pouget
Choreographie/Tanz: Katharina Neuweg, Damien Liger
Gesang: Giacomo Di Benedetto
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