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11. - 15. Januar 2006 / jeweils 20.30 Uhr

Jean Genet
4 Stunden in Chatila
Monolog / Deutsche Erstaufführung


Konzeption und Regie: Hans Melzer

Jean Genet hielt sich zufällig in Beirut auf als Mitte September 1982, einen Tag nach der Ermordung des libanesischen Präsidenten Bechir Gemayel, unter den Augen der in Beirut eingerückten israelischen Truppen ein grausames, unbegreifliches Massaker im Palästinenserlager Chatila stattfand. Genet suchte den Ort des Entsetzens auf und verfaßte für die "Revue d¹études palestiniennes" in Paris einen Bericht über das, was er in Chatila sah und empfand. Nüchtern und ohne Emotionen schildert er den Zustand der greulich zugerichteten Leichen und die wortlos ohnmächtige Trauer der Überlebenden. Die unsentimentale Anklage dessen, was Menschen Menschen anzutun vermögen, soll das Bewußtsein wachhalten für die Abgründigkeit entfesselter Emotionen.

Jean Genet (1910 ­ 1986
) Am 19. Dezember 1910 als uneheliches Kind in Paris geboren. Von der Mutter ausgesetzt, wächst er bis zum 13. Lebensjahr bei Pflegeeltern auf. Danach beginnt die Odyssee Genets durch die verschiedenen Institutionen der öffentlichen Fürsorge, bis er schließlich in der berüchtigten Besserungsanstalt Mettray landet. Um von dort wegzukommen, verpflichtet er sich zum Militärdienst und verbringt einige Jahre als Soldat im Libanon, in Syrien und in Marokko, bevor er nach weiten Fahrten quer durch Europa nach Paris zurückkehrt. Nun schlägt er sich als Landstreicher durch. Er begeht immer wieder kleinere Diebstähle und wird mehrmals zu Gefängnisstrafen verurteilt, wegen deren Summierung ihm 1948 lebenslange Sicherheitsverwahrung droht. Cocteau, Sartre, Picasso, Claudel ­ fast die gesamte intellektuelle Elite Frankreichs verwendet sich für seine Begnadigung.

Im Gefängnis hatte Jean Genet zu schreiben begonnen. Ende der 40er Jahre wendet sich Genet dem Theater zu. Genets scharfer Kommentar zum Algerienkrieg, machen ihn um 1960 weltberühmt und gehören heute zu den Klassikern des zeitgenössischen Bühenrepertoires. 1983 wurde Jean Genet, der in seiner zweiten Lebenshälfte vor allem politische Essays verfasste und sich immer wieder für politisch-ethnische Minderheiten einsetzte, mit dem Französischen Nationalpreis ausgezeichnet. Er starb am 15. April 1986 in Paris, kurz nach Vollendung seines letzten großen Prosawerkes "Un captif amoureux", das posthum veröffentlicht wurde.

Hans Melzer - Regisseur, Autor und Produzent
Jahrgang 1951, lebt seit 1954 in München. Regieausbildung am Marburger Schauspiel Anfang der 80er Jahre. 1990 konzipiert und leitet er das mehrtägige bundesweite Festival Eine Welt für alle, unter anderem in Zusammenarbeit mit Unicef, Caritas, Brot für die Welt, Landeshauptstadt München und ARD. Zudem übernimmt er seit vielen Jahren Regie und Produktion für diverse Fernsehdokumentationen und TV-Produktionen.
Von den 90er Jahren an bis heute entstanden unter seiner Regie Dramen, Bühnencollagen, szenischen Lesungen, Musicals und Kammeropern. Für seine Bühnencollage "Goethe war ein Türke" (1992-94, in Zusammenarbeit mit Gabi Heller) wurde Hans Melzer mit dem Scharfrichterbeil Passau ausgezeichnet.

Regie: Hans Melzer
Schauspiel: Gabi Heller
Raum: Susanne Pittroff
Video: Igor Malinowski
Musik: Iancu Dumitrescu, Olga Neuwirth, John Scofield
Übersetzung: Klaus Völker
Rechte: Merlin Verlag
Technik: i-camp
Produzent: Hans Melzer


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