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18. Januar 2008 / 20.30 Uhr
piano possibile - ensemble für neue musik:
"Silberstreifen" - Konzert
Süddeutsche Zeitung, 21. Januar 2008
"So ist Neue Musik in ihrer Orientierungslosigkeit heute weiterzudenken. Das war gut und machte Spaß."
Der Kern des Konzertes ist das Aufspüren von in die Zukunft gerichteten Entwicklungslinien der zeitgenössischen Musik, welche sich auf höchstem künstlerischem Niveau mit der Überwindung der Abseitsstellung der zeitgenössischen Musik beschäftigen. Dieser konzeptionelle Weg findet in dem neuen Werk von Klaus Schedl eine Weiterführung: Es soll ein Werk geschaffen werden, bei welchem eine Musik in allen ihren Ausrichtungen und Funktionen ermöglicht werden soll, ohne sich der Dichotomie von "ernster" und "unterhaltender" Musik zu beugen. Dies beinhaltet die Wahl des formalen Prinzips, der Kompositionstechniken, der Instrumentierung sowie die Form der Aufführung.
Den Anfang macht das sehr eruptive und energetische Stück "Charisma" von Iannis Xenakis, welches in der Auflösung aller periodischen Strukturen den Trend des 20. Jahrhunderts wiederspiegelt. Diesem folgt Carola Bauckholts "Treibstoff" mit geräuschhaftem Pulsieren. Fausto Romitelli, Bernhard Lang und Alejandro Vinao entdecken jeder für sich Möglichkeiten, Anknüpfungspunkte zur Massenkultur herzustellen und diese auch zu reflektieren. Während Romitelli periodische Verläufe als Ausgangsmaterial benützt und Vinao in "borges y el espejo" den Klang und die stimmlichen Effekte des Clubsounds zum Zentrum seiner Komposition macht, bedient sich Bernhard Lang bei "DW 16" des "Loopdenkens" der DJ-Kultur, um die Weltperspektive von Differenz und Wiederholung des französischen Philosophen Gilles Deleuze (19251995) auf musikalische Prinzipien zu übertragen. Klaus Schedl soll nun in einem Kompositionsauftrag diese Entwicklungslinien weitertreiben und ihnen neue Ansätze hinzufügen.
Konzertprogramm
Iannis Xenakis (1922 - 2001)
"Charisma" (1971) VC, Klar
Carola Bauckholt (*1959)
"Treibstoff" (1995) für 8 Instrumente
Fausto Romitelli (*1963)
"Professor Bad Trip: Lesson III" (2000)
Fl, Klar, Tr, Perc, E-Git, E-Bass, Tast, Vl, Vla, Vlc
Bernhard Lang (*1957)
"The Watchtower", "Burning Sister" (aus "DW 16" 2004)
Saxophon, Stimme, Synthesizer, Perc
Alejandro Vinao (*1951)
"borges y el espejo" (1992) Stimme, Tape
Klaus Schedl (*1966)
"Fleurs" (2007) Tb, Kb, E-Git, Schlgz, Elektr, 4 Voc
Musikalische Leitung: Heinz Friedl
piano possibile
Die Lust an der Teilnahme spannender Prozesse, künstlerischer wie gesellschaftlicher Natur, gepaart mit dem Verlangen nach musizieren auf höchstem Niveau, ließ 1993 das Ensemble entstehen.
Es ist sowohl das Ergebnis harter Arbeit als auch ein Glücksfall, daß sich eine Gruppe von Individualisten zusammengefunden hat, die sowohl in einem kollektivem Klang-körper wie auch im künstlerischem Team aktiv an der Entstehung und Umsetzung zeitgenössischer Musik teilnehmen.
Das Ensemble als Brutstätte klanglicher Kunst.
Fl: David Eschmann; Klar: Stefan Schneider; Saxophon: Christoph Reiserer; Tr/Tb: Philipp Kolb; Vl: Nicolas Richter de Vroe; Vla: Nancy Sullivan; Vc: Mathis Mayr; Kb/E-Bass: Stephan Lanius; Klav/Synth: Julia Schölzel; E-Git: Uli Grahn; Schlagzeug: Stefan Blum; Vocals (Lang) - Martina Koppelstetter; Vocals (Vinao): Daniela Rössl; Vocals (Schedl) - Voc1: Stefan Merki; Voc2: Mafalda de Lemos; Voc3: Nina Alverdes; Voc4: Philipp Kolb; Leitung: Heinz Friedl
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landes-hauptstadt München
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