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19. - 27. Februar 2008 / jeweils 20.30 Uhr; nicht am 20., 21. und 25.02
Ralf Hinterding:
"Liebe dein Virus wie dich selbst"
Social-fiction-Doku-Soap aus dem Irrenhaus
Münchner Merkur, 22. Februar 2008
"Dieses (Hinter-)ding ist total abgedreht."
Europa ist des Todes, sagte Dostojewski, aber woran ist es gestorben? An einem Virus oder an der Angst vor einem Virus? H5N1? Grippe? Amok? Tollwut? Terrorismus oder Anti-Terrorismus? Permanente Revolte? Oder Abschottung und Sicherheitswahn?
Welche Strategie verfolgt das Virus, und welche die Antikörper? In einem Wirt, der keine natürlichen Feinde hat, siedelt sich ein Virusstamm besonders gerne an.
Wir befinden uns in naher Zukunft. Deutschland und Europa haben sich selbst abgeschafft. Totale Sicherheit, totale Gesundheit, totale Kontrolle und totale Abschottung haben aus Europa eine No-Go-Area gemacht: Altersheim Europa. Das Kapital hat die Demokratie mit den Heuschrecken betrogen und ist nach Asien abgehauen. Die sitzengelassene Demokratie hat sich dann selbst abgeschafft, denn schließlich war es doch nur noch der Konsumenten-Kapitalismus, der die Bürgerrechte verteidigt hatte - in Erwartung des aufgeklärten, autonomen Konsumenten.
Was war geschehen:
Die neoliberale, globalisierte, kapitalistische Gesellschaftsform steht scheinbar alternativlos da. Diese weltumspannende Wucherung hat keine "natürlichen Feinde" mehr. Ein Paradies für Viren! Terrorismus und Hysterie, Tollwut und Angst haben Hochkonjunktur. Die Subversion und die Destabilisierung kommen jetzt aus dem Inneren des Systems und schwächen es.
Ralf Hinterding
Im Mittelpunkt von Ralf Hinterdings Theaterarbeit steht die Suche nach Recherchematerial aus dem Alltag. Sein Fokus liegt in der künstlerischen Auseinandersetzung von gesellschaftspolitischen Themen. In einem gemeinsamen Prozess mit Performern und weiteren Künstlern entwickelt er zeitgemäße Formen der Umsetzung von politischen Themen und Fragestellungen. Dabei kann es sich um Theater im konventionellen Bühneraum oder im öffentlichen Raum handeln oder um filmische Arbeiten.
Ralf Hinterding ist Träger der Optionsförderung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Ihn interessiert der Forschungsprozesses über das Spannungsverhältnis von Theater und Politik und über den Menschen in der Revolte.
Konzept, Regie, Video: Ralf Hinterding
Ausstattung: Anja Büld
Licht: Rainer Ludwig
Technik: Roger Hoidn
Mitwirkende: Uche Akpulu, Judith Al Bakri, Ralph Gander, Ben Knabe, Mathis Mayr, Irene Rovan, Jochen Strodthoff
Eine uncertainty produktion, mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat München. Eine Koproduktion mit i-camp/neues theater münchen und in Kooperation mit dem Pumpenhaus Münster.
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