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08. Juni 2008 / 20.30 Uhr

Sabine Liebner (Piano):
Piano and String Quartett (1985)
10. Konzert der Reihe "Morton Feldman"


Piano - Sabine Liebner
String Quartett - Muriel Cantoreggi (Violin), Michaela Buchholz (Violin), Kelvin Hawthorne (Viola), Bridget MacRae (Violoncello)


Morton Feldman (1926-1987) gehört unbestritten zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Kompositionsarbeit beschritt er völlig neue Wege und stellt somit eine singuläre Erscheinung im Musikleben des vergangenen Jahrhunderts dar.

Feldman räumt der systematischen Konstruktion ausgedehnter Formteile in seinem Spätwerk ab 1984 immer größere Bedeutung ein, so dass in "Piano and String Quartett" eine deutliche Trennung zwischen Oberfläche und Konstruktion entsteht. In gewisser Weise handelt es sich hierbei um ein konventionelles Verständnis von musikalischer Konstruktion, da die Oberfläche der Musik nicht mehr mit ihrer Konstruktion zusammenfällt, sondern diese verdeckt, so dass eine Form von musikalischer Perspektive zu entstehen scheint. Im Unterschied zu konventionellen Konstruktionen handelt es sich allerdings nicht um aus Tonhöhen und Tondauern bestehende Komplexe, die erst im nachhinein in Klang umgesetzt werden, sondern um komplexe Klangfolgen, die durch ihre Konstruktion auf größere Zeiträume ausgedehnt werden. Diese Konstruktion wird in der akustischen Realität einer Aufführung aufgelöst, da sie sich auf sekundäre Eigenschaften des Klangmaterials bezieht, nicht auf Tonhöhen und Tondauern (nach Sebastian Claren, Neither).
Feldman selbst beschrieb das Werk als "Geschichte der Geschwindigkeit eines gebrochenen Akkordes" und hat es als das "Lieblingsstück meines gesamten Lebens, das alles hat, was ich jemals erreichen wollte" bezeichnet.

10 Jahre Konzertreihe Morton Feldman veranstaltet von Sabine Liebner
Mit der Aufführung des 1985 entstandenen Werkes PIANO AND STRING QUARTETT wird die von Sabine Liebner im i-camp/neues theater münchen 1999 initiierte Konzertreihe fortgesetzt und feiert das 10-jährige Bestehen. In dieser Konzertreihe wird jährlich ein Werk Morton Feldmans zur Münchener Erstaufführung gebracht.

Morton Feldman (1926 - 1987) Er studierte Komposition bei Wallingford Riegger und Stefan Wolpe, einem Schüler Anton Weberns. Entscheidend war für ihn jedoch die Begegnung mit John Cage. Sein kompositorisches Werk zeigt eine nicht voraussagbare Entwicklung, die in ungeahnte Grenzbereiche führt, die dem, was traditionell Musik heißt, kaum mehr sich subsimieren lassen. Für Feldman waren die Einflüsse aus Bereichen außerhalb der Musik mindestens ebenso wesentlich wie diejenigen durch Webern oder Varèse. Vor allem spielte eine bedeutende Rolle die Beschäftigung mit der Malerei der New York School, also dem Werk von Rothko, Guston, Pollock, de Kooning u.a.. Die Bildende Kunst erweckte in ihm das Verlangen, auch in der Musik eine ähnlich unmittelbare, direkte, physische und zugleich auf das Unsagbare und Namenlose bezogene Sprache zu finden. So wurde er 1950 mit seinem Werk "Projektion I" zum Erfinder der graphischen Notation, die er 1953 wieder beendet. Dennoch ist in ihr schon die ganze spätere Entwicklung angelegt: die räumliche Organisation, die zentrale Bedeutung des chromatischen Feldes, die Suche nach einer Musik, welche die "Realität" des Materials notieren könnte. Allerdings hat dieser Ansatz in Folge eine ungeahnte Expansion erfahren. Zunächst begannen die Stücke durch ihre Zeitdauer jeden Rahmen zu sprengen. Die Notation hat sich extrem verfeinert, freilich nicht im Sinne serieller Musik, sondern als Versuch, die Charakteristik des Tones, des Erklingens deutlich zu machen. (Nach: Amerikanische Musik, Stefan Schädler)

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferates der Landeshauptstadt München sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.


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